Neu bestätigt: Käptn Peng (DE)
08 Sep 2016



Käptn Peng (DE)

2012 flog das Album „Die Zähmung der Hydra“ der Shaban-Brüder und Käptn Peng quasi direktemang aus der Presse in die Plattenläden – fast ohne Promo und Marketing. Der Musikexpress kriegte sich ob des Gehörten fast nicht mehr ein: „Rappen übers Rappen steht beim Käptn nicht im Bordbuch, stattdessen Erkundungen der eigenen Psyche und lyrische Forschungsreisen in die deutsche Semantik. Es ist nicht zu fassen: Intelligenter deutscher Rap ist möglich.“

Via Internet schwoll die Fanschar so massiv an, dass sich die Berliner schnell an ausverkaufte Säle gewöhnten. Mit drei weiteren Kollegen wuchs das Projekt zu den ‚Tentakeln von Delphi‘, eine Liveband die in ihrer psychedelisch-akrobatischen Diktion an die hoch geschätzen Fischmob erinnert. Wie weiland die Kieler (er-)fanden auch sie ihren eigenen, eklektisch montierten Sound, nutzten aber dafür Haushaltsgerätschaften, Werkzeugs, Baumarktware, Gitarren-als Gesangsverstärker und mit Bic-Feuerzeugen präparierte Gitarren als, ehm, seltsam klingende Gitarren.

Nachdem die Soundbastler 2012 Clubs und Festivals aufgemischt hatten zogen sie sich ins Studio zurück, postproduzierten das Aufgenommene bei Shaban zuhause um daraus des erste Album von ‚Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi‘ zu destillieren. Videos und so entstanden durchweg in Trial&Error-Eigenregie.

Das auf dem neuen Album ‚Expedition ins O‘ Gebotene ist harter Stoff: Die Hiphop-Basis kippt, glaubt man dem Bandinfo, un-versehens und – berechenbar in Richtung „südländischem Western-Disco-Country über Indie-Dubstep-Punk bis hin zu zerbrechlichen Balladen und akustischen Hiphop-Brettern vom Planten Omega. Texte über Wahnsinn, Erleuchtung, Socken, Monster, Kugelschlucker und unterhaltsamen Schwachsinn.“

Nach Kaltern kommt der Käptn, bürgerlich Robert Gwisdek und übrigens kein Kind von Traurigkeit, dafür aber von der Schauspielerin Corinna Harfouch und dem Schauspieler Michael Gwisdek, mit seinem Perkussionisten. Leseratten sei hier Päng’s Roman ‚Der Unsichtbare Apfel‘ ans Herz gelegt, der einen kleinen Einblick in des Käptn’s abgefahrene Vorstellungswelt vermittelt.

(Foto: Leni Wesselmann)